Markt & Macht

Wer entscheidet über unser Essen?

Mittwoch 16. Oktober 2024 – 9h30-17h
PROGR, Waisenhauspl. 30, 3011 Bern

Kontext und Ziel der Tagung

Unsere Ernährungssysteme spiegeln die globalen Machtverhältnisse. Sie sind keine Erfindung der heutigen Machtkonglomerate, sondern das Erbe des Kolonialismus, dessen Traditionen von multinationalen Firmen fortgeführt werden.

Auch neue Firmen positionieren sich in diesem Machtgefüge und bieten vermeintliche technologische Lösungen zum Klimawandel und den schwindenden Ressourcen an. Doch digitale Landwirtschaft, «neue» Gentechnik und Laborfleisch (um nur einige zu nennen) werfen komplexe Fragen auf zum Umgang mit der lebendigen Umwelt, fundamentalen Rechten, Datenschutz, Gesundheit.

Wie gehen wir damit um?  Unser demokratisches System bietet Möglichkeiten, mit lokalen, transparenten Ansätzen die Dekolonialisierung des Ernährungssystems auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene voranzutreiben. Es existieren konkrete Vorschläge und bereits erfolgreiche Pilotprojekte, weg von Machtkonglomeraten, hin zu mehr Demokratie.

Die Tagung zum Welternährungstag zeigt auf, wie die Transition auf allen Ebenen angestossen werden kann. Dazu werden auch Vor- und Nachteile verschiedener Ansätze diskutiert.

Dazu haben wir den Tag in drei Themenblöcke eingeteilt:

  1. Handel und Macht. Wie kann die Schweiz ihre Macht einsetzen, um in den Partnerländern Grundwerte und SDGs zu fördern?
  2. Monopole und Monokulturen.  Wer bestimmt, was bei uns im Regal steht und welche Konsequenzen hat unser Konsum auf die Menschen im globalen Süden?
  3. Agrarökologische Ansätze und lokale Ernährungssysteme. Wie übernehmen wir die Kontrolle über unsere Ernährung?

Programm

9:30Türöffnung
10:00Begrüssung
10:10Keynote
10:30Handel und Macht. Wie kann die Schweiz ihre Macht einsetzen, um in den Partnerländern Grundwerte und SDGs zu fördern?
Potentielles Aussenwirtschaftsgesetz (Dr. iur. Elisabeth Bürgi Bonanomi, CDE, Universität Bern)
Zukunftsfähige Handelspolitik (Angela Mattli, Public Eye)
Stellungnahme (Staatssekretärin Helene Budliger Artieda, SECO, angefragt)
Diskussion über Markt, Macht, Verantwortung und Wachstumszwang
12:00Mittagspause
13:30Monopole und Monokulturen.  Wer bestimmt, was bei uns im Regal steht und welche Konsequenzen hat unser Konsum auf die Menschen im globalen Süden?
Globaler Saatguthandel: Marktstrukturen und Sortenvielfalt (Simon Degelo, SWISSAID)
Transformation der Lieferketten am Beispiel Palmöl (Tina Goethe, HEKS)
Einflüsse von Machtkonzentrationen und Absprachen in unserem Ernährungssystem (Sophie Michaud Gigon, FRC, angefragt)
Diskussion: Charakteristiken und Dynamik des Machtgefüges, wie motiviert man die Politik/ändert man den legalen Rahmen?
15:00Pause
15:15Agrarökologische Ansätze und lokale Ernährungssysteme. Wie bestimmen wir über unsere Ernährung?
Wertebasierte, lokale Ernährungssysteme (Christina Plank, BOKU University Wien und Anna-Maria Brunner, Universität Innsbruck)
Sozialversicherung für eine gesunde, adäquate Ernährung (Reder*in vom Genfer Pilotprojekt)
Diskussion über agrarökologische Ansätze für ein nachhaltiges und resilientes weltweites Ernährungssystems und darüber, wie wir den dafür notwendigen Wertewandel anstossen können.
16:45Fazit

Anmeldung zum Welternährungstag 2024

Freier Eintritt, Unkostenbeitrag